Jury verkündet die ersten sieben EFA-Gewinner

Preise für Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostüme, Maskenbild, Musik und Sounddesign

 

Die European Film Academy gibt die ersten Gewinner bekannt, die beim diesjährigen Europäischen Filmpreis geehrt werden. Eine siebenköpfige Jury kam in Berlin zusammen und hat, basierend auf der EFA Auswahlliste und den zusätzlichen Filmeinreichungen, über die Gewinner in den Kategorien Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostüme, Maskenbild, Filmmusik und Sounddesign entschieden.

 

Die Mitglieder der Jury sind:
Samir Fočo, Sounddesigner, Bosnien Herzegowina
Raf Keunen, Komponist, Belgien
Melanie Ann Oliver, Cutterin, Großbritannien
Vassilia Rozana, Kostümbildnerin, Griechenland
Susana Sanchez, Maskenbildnerin, Spanien
Łukasz Żal, Kameramann, Polen
Tonino Zera, Szenenbildner, Italien

 

Die European Film Academy gratuliert den folgenden Preisträgern:

Europäische Kamera 2017 – Prix Carlo di Palma:

Michail Krichman
für LOVELESS

 

Der kühle Blick von Michail Krichman leitet uns durch das düstere Universum des Films und baut dabei konsequent ein intensives Gefühl des Unbehagens auf. Die Kamera vermittelt ein überzeugendes Gespür für Dunkelheit, Schwermut und Leere. Die Entscheidung darüber, was gezeigt wird und was verborgen bleibt, verleiht jeder Kamerabewegung und jedem sorgfältig konstruierten Einzelbild eine enorme Wucht. Zurückhaltende und wohlüberlegte cinematographische Mittel beschwören einen unheimlichen Eindruck von Beklemmung, eine leichte innere Erschütterung.

 

Europäischer Schnitt 2017:

Robin Campillo 
für 120 BPM 

Von Anfang an betont Robin Campillos Schnitt perfekt die
verzweifelte persönliche Dringlichkeit der ACT UP Aktivisten und ihrer Aktionen. Sei es bei einem pharmazeutischen Konzern oder auf einer Konferenz, der Schnitt bestimmt das Tempo und trägt zur Eindringlichkeit des Films in perfekter Harmonie mit den Kameraeinstellungen und der Geschichte bei.

 

Europäisches Szenenbild 2017:

Josefin Åsberg 
für THE SQUARE

Mit großer künstlerischer Einfühlsamkeit lässt das Szenenbild in THE SQUARE eine Welt am Rande des Surrealen entstehen. Dadurch kann die Ausstattung mit der Geschichte interagieren und sich integrieren ohne jemals zu dominieren. Das ist die große Kunst der Josefin Åsberg.

 

Europäisches Kostümbild 2017:

Katarzyna Lewińska 
für SPOOR

Das Schlichte und Klare der Kostüme verstärken die Bilder und betonen die wesentliche Botschaft des Films. Der Konflikt zwischen dem Menschen und der natürlichen Umgebung wird von Stoffen, Farben und Design der Kostüme aufgenommen, die gleichzeitig zur Persönlichkeit der Charaktere beitragen und ihnen Leben einhauchen. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil der Geschichte, und erzeugen gemeinsam mit allen anderen visuellen Elementen ein beeindruckendes Kinoerlebnis.

 

Europäisches Maskenbild 2017:

Leendert van Nimwegen
für BRIMSTONE

Mit seinem Maskenbild bereitet Leendert van Nimwegen in BRIMSTONE den Weg für die Charaktere und ihre Entwicklung im Film, von verspielt und farbenfroh bis nüchtern und unheilvoll, die Guten, die Bösen, die Jungen, die Alten. Eine perfekte Kombination von Hair & Make-up in vollkommender Ausführung um Charaktere zu erschaffen und zum Leben zu erwecken.

 

Europäische Filmmusik 2017:

Evgueni & Sacha Galperine 
für LOVELESS

Die düstere, eindringliche und sinnierende Musik verstärkt die Wahrnehmung dieses Films. Wunderschön geschrieben und mit klugem Einsatz von Klaviereffekten, wirkt die Filmmusik wie eine eigene Figur, die zur unglückseligen Familie gehört. Von Anfang bis Ende fängt der Score die grundlegenden Spannungen, die versteckten Wahrheiten und Lügen ein, und geleitet den
Zuschauer durch die Geschichte ohne aufdringlich zu sein. 

 

Europäisches Sounddesign 2017:

Oriol Tarragó 
für A MONSTER CALLS 

Das Sounddesign in SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT entzündet die Vorstellungskraft. Akustisch nimmt es uns mit in eine komplett neue und unbekannte Welt und bringt das Publikum dazu, das zu fühlen, was der Filmemacher vermitteln will: Es entsteht eine unheimliche Stimmung, eine düstere Atmosphäre, ein Gefühl von Beklemmung … resultierend in einer
sorgfältig kreierten Verbindung von Ton und Bild.

 

 

Berlin, 14. November 2017

14.11.2017