EFA-Konferenz über Filmkomödien

EFA-Konferenz 2008
anlässlich des 21. EUROPÄISCHEN FILMPREISES in Kopenhagen:

WHAT MAKES EUROPE LAUGH - Local Comedies for an International Market
Cinematek, Kino Carl, Samstag, 6. Dezember 2008, 11.00 - 14.30

Als Teil des Wochenendprogramms zur Verleihung des 21. Europäischen Filmpreises in Kopenhagen widmet sich die diesjährige EFA-Konferenz dem Thema Filmkomödien. Eine Reihe von Diskussionsrunden mit europäischen Filmemachern und Kritikern betrachtet verschiedene kulturelle Humorformen und die Art, wie sie im Film dargestellt und wahrgenommen werden.

“Wissen Sie was? Komiker sind überhaupt nicht lustig”, so der bekannte spanische Schauspieler und Regisseur Santiago Segura, als er über seine Teilnahme an der EFA-Konferenz sprach. Wenn Humor aber so eine ernsthafte Angelegenheit ist, wie funktioniert dann eine Filmkomödie? Was bringt die Menschen zum Lachen?

Gibt es eine Topografie des Humors, eine gemeinsame europäische Eigenschaft, die uns im Lachen vereint? Anders gesagt: Kann eine Filmkomödie über kulturelle Grenzen hinweg lustig, humorvoll oder geistreich sein? Worüber lacht Europa?

Die EFA-Konferenz 2008 beschäftigt sich mit verschiedenen Formen von Humor und damit, wie sie im Film funktionieren. Nach einer Einführung durch den stellvertretenden Vorsitzenden der European Film Academy, Nik Powell, folgen eine Reihe von kompakten Gesprächsrunden unter der Leitung von Eva Novrup Redvall (Filmjournalistin) und Jacob Neiiendam, Leiter des neuen CPH:PIX-Copenhagen Film Festival.

In der ersten Diskussion, Nordic Humour and Latin Laughter, untersuchen die Regisseure Anders Thomas Jensen (Dänemark), Reza Bagher (Schweden) und Santiago Segura (Spanien) worüber Nord- und Südeuropa lacht. Anders Thomas Jensen, preisgekrönter Regisseur und Autor, der mit dem Erfolgsstreifen IN CHINA ESSEN SIE HUNDE (1999) die sogenannte dänische Actionkomödie erfand, schrieb die Drehbücher für viele der Dogma-Filme und wurde von der Kritik für den Film ADAMS ÄPFEL (2005) gefeiert, bei dem er auch die Regie führte. Drehbuchautor und Regisseur Reza Bagher ist in ganz Europa für seinen Film POPULÄRMUSIK AUS VITTULA (2004) bekannt. Und der spanische Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Santiago Segura wurde mit seinem Regiedebut TORRENTE - DER DUMME ARM DES GESETZES (1998) berühmt, in dem er auch die Hauptrolle spielte.

Laughing On Your Own? beschäftigt sich mit der weit verbreiteten Ansicht, dass Humor, ebenso wie Wein, schlecht zu transportieren ist - ein Phänomen, das sowohl von kulturellen als auch von religiösen Unterschieden beeinflusst ist. Es diskutieren der polnische Schauspieler, Komiker und Begründer eines äußerst erfolgreichen Kabarettensembles Maciej Stuhr und der von der Kritik gefeierte norwegische Regisseur, Autor und Produzent Bent Hamer, dessen Filme sich durch seinen stillen Humor auszeichnen, in über 40 Ländern und auf 80 Festivals in der ganzen Welt gelaufen sind und mehr als 30 Auszeichnungen gewonnen haben.

In der dritten Runde, What´s So Funny?, diskutieren zwei Ikonen der Filmkritik, Derek Malcolm (Großbritannien) und Jean Roy (Frankreich). Humor kommt aus Großbritannien, behaupten die Briten, er ist emotional, freundlich, genial. Der französische Esprit scheint das Gegenteil des angelsächsischen Humors zu sein. Was ist daran wahr?

Derek Malcolm, einer der bekanntesten britischen Filmkritiker, Filmhistoriker und Autor gefeierter Bücher wie ´A Century of Cinema´, kommt in dieser Runde zusammen mit seinem französischen Kollegen Jean Roy, der als Filmkritiker für die Presse und das Fernsehen tätig ist und wie Malcolm Autor zahlreicher Filmbücher ist.

Die Diskussion The Unbearable Lightness of Laughter - Where Does Humour End? nähert sich einer heiklen Angelegenheit, die zu einem weltweiten Diskussionsthema geworden ist: Endet Humor da, wo Religion beginnt? Gibt es so etwas wie ‚guten’ Humor und ‚schlechten’ Humor und falls dem so ist, wo liegt die Grenze dazwischen?

Der deutsche Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Dani Levy, dessen letzter Film MEIN FÜHRER: DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER (2007) äußerst erfolgreich war und gleichzeitig zu kontroversen Diskussionen über den ‘Spaßfaktor’ von Diktaturen führte, diskutiert mit dem dänischen Stand-up Comedian Omar Marzouk, der, wie er einmal sagte, versucht “die Polarisierung zwischen islamischer und westlicher Welt durch Humor zu überwinden”.

Zum Abschluss sprechen die EFA-Vorstandmitglieder Adriana Chiesa di Palma (Produzentin, Italien) und Antonio Saura (Produzent, Spanien), und der dänische Produzent Peter Aalbaek Jensen über Strategien für international erfolgreiche Filmkomödien.

Die EFA-Konferenz 2008 wird präsentiert durch die European Film Academy e.V. und EFA08 ApS mit Unterstützung durch das Dänische Filminstitut, die FFA Filmförderungsanstalt, MEDIA Desk Denmark, TNT Express und United International Pictures (UIP).

Berlin und Kopenhagen, 19. November 2008