Vier Erstlingsfilme Nominiert

Im Rahmen des Europäischen Filmpreises zeichnet die European Film Academy jährlich einen jungen aufstrebenden Regisseur für einen ersten europäischen Film in Spielfilmlänge mit dem Preis EUROPÄISCHE ENTDECKUNG aus. Die Nominierungen wurden in diesem Jahr von einem Komitee festgelegt, das aus den Filmjournalisten Dana Linssen (Niederlande), Julia Teichmann (Deutschland) und Rui Tendinha (Portugal) bestand, alle Mitglieder des internationalen Filmkritikerverbands FIPRESCI, sowie aus den EFA Vorstandsmitgliedern Pierre-Henri Deleau (Frankreich) und Stefan Laudyn (Polen).

NOMINIERT SIND:

HUNGER, Großbritannien
Regie: Steve McQueen
Drehbuch: Enda Walsh und Steve McQueen

SNIJEG (Snow), Bosnien und Herzegowina / Deutschland / Frankreich / Iran
Regie: Aida Begić
Drehbuch Aida Begić und Elma Tataragić
www.mamafilm.ba <http://www.mamafilm.ba/>

TATIL KITABI (Summer Book), Türkei
Drehbuch und Regie: Seyfi Teoman

TULPAN, Deutschland / Schweiz / Kasachstan / Russland / Polen
Regie: Sergey Dvortsevoy
Drehbuch: Sergey Dvortsevoy und Gennady Ostrovskiy
www.the-match-factory.com/tulpan.html <http://www.the-match-factory.com/tulpan.html>
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HUNGER beschäftigt sich mit den Ereignissen um den IRA Hungerstreik im nordirischen Maze Prison im Jahr 1981 und deren Hauptfigur Bobby Sands. Der Film untersucht was geschieht, wenn Körper und Geist an ihre Grenzen geraten und wurde in Cannes mit der Camera d’Or ausgezeichnet.

In SNIJEG geht es um die Überlebenden in dem vom Krieg zerrütteten bosnischen Dorf Slavno. Isoliert leben die Menschen hier in einer vollkommen eigenen Welt, die vom ersten Schnee gefährdet wird, der das Dorf vollends von der restlichen Welt abzuschneiden droht. Der Film erhielt bei der Semaine de la Critique in Cannes den Grand Prix und wurde zur Eröffnung des Filmfestivals in Sarajewo gezeigt.

TATIL KITABI beobachtet die einzelnen Mitglieder einer Familie in der türkischen Provinz dabei, wie sie in ihrem alltäglichen Dasein Krisen bewältigen, während das Leben einen langen Sommer lang weiter langsam seinen Lauf nimmt. Der Film lief im Forum der diesjährigen Berlinale und wurde auf dem Internationalen Filmfestival in Istanbul als bester türkischer Film des Jahres ausgezeichnet.

In TULPAN reist der junge Asa nach Beendigung seines Dienstes in der Marine zurück in die kasachische Steppe. Um hier ein neues Leben beginnen zu können, muss er heiraten und seine einzige Hoffnung ist Tulpan, die Tochter einer weiteren Hirtenfamilie. Der Film erhielt in Cannes den Preis der Reihe Un Certain Regard.

Aus den nominierten Filmen wählen die 1.800 Mitglieder der European Film Academy nun den Gewinner, der beim 21. Europäischen Filmpreis am 6. Dezember in Kopenhagen bekannt gegeben wird.